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← JournalWebGL · Disziplin6. Mai 20264 Min.

WebGL ohne Eitelkeit.

Wann eine 3D-Szene ihren Platz auf einer Website verdient — und wann sie nur beweist, dass das Studio 3D kann.

Es gibt zwei Arten, WebGL auf eine Website zu setzen. Die eine zeigt, dass das Studio 3D kann. Die andere öffnet einen Moment, den keine andere Form öffnen kann. Der Unterschied ist nicht technisch, sondern inhaltlich.

Wir bauen 3D selten. In einem typischen Jahr mit vier bis sechs Projekten enthalten zwei eine echte Szene; die anderen kommen mit Bildregie, Bewegung und Typografie aus. 3D hat immer einen Preis — Performance, Wartung, Aufmerksamkeit — und den zahlen wir nur, wenn die Szene etwas trägt.

Eine Szene trägt, wenn sie eine räumliche Information transportiert: Tiefe, Drehung, Materialität. Der Vogel im Hero von evioe.de bewegt sich, weil ein flaches Icon dieselbe Idee nicht tragen würde. Eine drehende Geometrie oder ein Partikelfeld, sauber gebaut, aber ohne Aussage, trägt nichts — es lenkt von der Marke ab, statt für sie zu sprechen.

Deshalb ist unser 3D meist klein, fokussiert und langsam: ein Objekt, eine Geste. Und es ist auf dem Handy gestaffelt — volle Effekte auf starken Geräten, eine reduzierte Variante darunter, ein statisches Bild im Notfall. Wer in der Bahn mit schwachem Netz drei Sekunden auf eine ruckelnde Szene wartet, hat einen schlechteren Eindruck als bei einem ruhigen Standbild.

Wir stecken die 3D-Zeit in das Material, nicht in den Effekt. Ein präzise abgestimmtes, physikalisch basiertes Material mit echten Reflexionen sieht auch in fünf Jahren noch ruhig aus. Eine Szene, die auf dem neuesten Trick wettet, sieht in fünf Jahren alt aus.